Selbstrepariendes Schnelllauftor
Ganz was Neues: ein Schnelllauftor, das sich von selbst wieder repariert
Eine gute Lösung für schnelle und ständige Durchgänge, wie beispielsweise bei zahlreichen Materialtransporten, wird in Linz getestet. Bemerkenswerter Testlauf in Linz: Bei der Zufahrt in die Schiebebühnenhalle ist erstmals ein selbstreparierendes Schnelllauftor eingebaut worden. Selbstreparierend? Das größte Problem mit Kunststoff-Rolltoren ist hinreichend bekannt: Bei Transporten mit Staplern oder anderen Fahrzeugen kommt es durch Anfahren immer wieder zu Beschädigungen der Toranlagen. Neben Reparaturkosten ist dann auch immer das Tor eine Zeit lang außer Betrieb. Diese Stillstände führen zu Unterbrechungen im Materialfluss, verursachen logistische Verzögerungen und beeinträchtigen zudem die thermische Hülle des Gebäudes. Denn solange das Tor beschädigt ist, kann es nicht dicht schließen, was zu Energieverlusten führt.
Ausgeklügelte Konstruktion des Torbehanges
Die Entwicklung einer oberösterreichischen Firma soll dem jetzt ein Ende bereiten. „Das neue selbstreparierende PVC-Schnelllauftor ist eine ideale Lösung für schnelle und ständige Durchgänge, wie sie bei uns durch die zahlreichen Materialtransporte ständig anfallen“, sagt Anlagentechniker Gerhard Caravias. „Zudem fällt durch die großen Sichtfenster des Tores viel mehr Licht in die Halle und die hohe Dichtheit der Anlage spart kostbare Energie.“ Die großen Sichtfenster sorgen für eine deutliche Verbesserung der natürlichen Belichtung in der Halle. Dadurch wird der Bedarf an künstlicher Beleuchtung tagsüber reduziert. Gleichzeitig gewährleistet die hohe Dichtheit des geschlossenen Tores, dass weder Heizwärme im Winter noch Kälte im Sommer verloren geht. Dies trägt direkt zur Senkung der Energiekosten bei und verbessert die Energiebilanz des gesamten Gebäudes.
Die Toranlage besteht aus einer verzinkten Grundkonstruktion, in der der PVC-Torbehang in selbstschmierenden Führungsschienen geführt wird. Das Geheimnis des Tores liegt in der ausgeklügelten Konstruktion der Führung des Torbehanges. Bei herkömmlichen Rolltoren sind die Führungsschienen untrennbar mit dem Torbehang verbunden und werden bei Beschädigungen entsprechend in Mitleidenschaft gezogen. Wird das Tor durch ein Fahrzeug angefahren, reißt nicht nur der flexible PVC-Behang, sondern oft auch die starre Metallschiene. Das bedeutet aufwendige Reparaturen, lange Ausfallzeiten und hohe Kosten – sowohl für Ersatzteile als auch für den entstandenen Produktionsstillstand.
Keine Schäden auf Führungsschiene
Bei diesem Modell jedoch erfolgt die Verbindung von Torbehang und Führung über eine Art Reißverschlusssystem, bei dem sich bei Anfahren der Torbehang von der Führung löst und die Führungsschiene nicht beschädigt wird. Und darüber hinaus hängt sich das Schnelllauftor beim Aufrollen selbstständig wieder ein. Möglich macht das eine wenige Zentimeter große Ausnehmung im oberen Bereich der Führungsschiene, die ähnlich wie bei einem herkömmlichen Reißverschluss Führung und Schiene wieder miteinander verbindet. Sobald das Tor nach einer Kollision hochfährt, gleitet der Behang automatisch in diese spezielle Ausnehmung und rastet ohne jeglichen manuellen Eingriff wieder sicher ein. Das Tor ist somit unmittelbar nach dem ersten Öffnungsvorgang wieder vollständig funktionsfähig, dicht und betriebsbereit. Es entstehen keine Reparaturkosten, keine Wartungsanfragen und keine Betriebsunterbrechungen.
Vielversprechende Technik
Das neue Tor wird nun getestet, danach können Überlegungen starten, wie weit diese Technologie bei TS zum Einsatz kommen wird. Immerhin ist alleine das TS-Werk Linz mit 26 solcher Torsysteme ausgestattet, TS-weit sind deutlich mehr davon in Betrieb. „Wir sind optimistisch, dass der Test dieser Toranlage positiv verlaufen wird“, sagt Gerhard Caravias. Die ersten Tage mit dem selbstreparierenden Schnelllauftor waren jedenfalls überaus zufriedenstellend. Die Technologie vereint mehrere entscheidende Vorteile: Sie ermöglicht eine kontinuierliche Verfügbarkeit der Ladezone, reduziert Wartungskosten nachhaltig, verbessert die Arbeitsbedingungen durch mehr Tageslicht und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur Energieeinsparung. Damit stellt sie eine zukunftsorientierte Lösung für industrielle und logistische Umgebungen dar, in denen Zuverlässigkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen müssen.
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